Anfänge


Der Beginn der Raketenforschung in Deutschland

Bereits seit 1914 wurden in Deutschland erste Versuche mit gesteuerten  Pulverraketen zur Luftkriegsführung durchgeführt.
Im Jahre 1923 veröffentlichte Hermann Julius Oberth, der damals genialste Grundlagenforscher auf dem Gebiet der Raketentechnik, eines der ersten wissenschaftlichen Bücher zu diesem Thema mit dem Titel "Die Rakete zu den Planetenräumen"bei Amazon kaufen.
Weiterhin erschien 1929 sein bedeutendstes Werk "Wege zur Raumschiffahrt"bei Amazon kaufen. Dies war die dritte, stark veränderte Auflage des Buches "Die Rakete zu den Planetenräumen". Im gleichen Jahr wurde auch der Kinofilm "Die Frau im Mond"bei Amazon kaufen von Fritz Lang, unter Anderen mit den Darstellern Klaus Pohl, Willy Fritsch und Gerda Maurus, uraufgeführt. Sein technischer Berater war Herrmann Oberth.
Diese  Werke regten eine große Zahl von Forschern an, sich mit der Raketenfrage zu beschäftigen.  Der Österreicher Max Valier stellte 1926 seine Gedanken zum "Der Vorstoß in den Weltenraumbei Amazon kaufen - Eine wissenschaftlich-gemeinverständliche Betrachtung" vor. Am Abend des 5. Juli 1927 traffen sich im „Goldenen Zepter“ zu Breslau etwa zwanzig technisch begeisterte Männer und gründeten unter der Leitung von Johannes Winkler, einem späteren deutschen Raketenpionier, den „Verein für Raumschifffahrt“, der bald auf über 500 Mitglieder anwuchs. Inspiriert durch Fritz Langs Film und andere Werke, trafen sich hier viele später berühmt gewordene Raketenspezialisten. Diese Gruppe experimentierte in der Nähe von Berlin (Tegel) an Flüssigkeitstriebwerken, da nur diese Antriebsart genügend Schub für eine große Rakete lieferte und auch eine genaue Steuerung zuließ. Als Treibstoff orientierte man sich letztlich auf Alkohol und flüssigen Sauerstoff.

Da es schon erste Erfolge gab, interessierte sich die Reichswehr für dieses Transportmittel, denn hier sah man eine mögliche militärische Nutzung - eine neuartige, effektive und weittragende Waffe. Aufgrund der Niederlage im Ersten Weltkrieg wurden uns Deutschen von den Siegermächten in Folge des Versailler Vertrages nicht nur deutsche Gebiete genommen und riesige Reapationszahlungen auferlegt, es war unter anderem auch verboten, Fernkampfkanonen, wie zum Beispiel das berühmte "Paris-Geschütz" zu bauen. Dieses Geschütz, mit seiner außergewöhnlichen Reichweite von circa 150 km, erhielt seinen Namen aufgrund der Tatsache, dass es im Jahr 1918 sogar Paris beschossen hatte. Das deutsche Militär sah durch die Entwicklung von Raketen zum Zweck des Transportes von Explosivstoffen eine Möglichkeit, die Beschränkungen zu umgehen. Die fähigsten Mitarbeiter der Raketenvereine wurden daher später in die Reichswehr übernommen und erhielten von diesem Zeitpunkt an auch genügend finanzielle Mittel, um ihre Arbeiten fortsetzen zu können.

Ab 1928 entwickelte Max Valier gemeinsam mit Fritz von Opel die ersten Raketenwagen und -schlitten, die mit Feststoffraketen betrieben wurden. Bei seinem Raketenrennwagen erprobte Valier den Antrieb mit Schwarzpulverraketen. Mit diesen gelang ihm 1929 auf dem zugefrorenen Starnberger See ein Geschwindigkeitsrekord von über 400 km/h. Einer der Raketentests ging schief und so starb Max Valier am 17. Mai 1930 durch eine Explosion während des Probelaufs einer Rakete. Er gilt damit als erstes Todesopfer der Raumfahrt.
Etwas später versuchte der deutsche Raketenpionier Johannes Winkler, eine Methan-Rakete auf der Ostseeinsel Oie zu starten. Am 21. Februar 1931 gelang Ihm bei Dessau der erste Start einer Flüssigstoffrakete.

Auch außerhalb des "Vereins für Raumschifffahrt" fanden sich immer mehr kleinere Forschergruppen zusammen. Parallel dazu beschäftigte sich auch das Militär mit der Entwicklung von „kriegsfähigen“ Raketen. Reichswehrminister Wilhelm Groener ließ im Dezember 1929 erstmals die militärische Verwendbarkeit von Flüssigkeitsraketen durch die Ballistische Abteilung, unter Leitung von Professor Dr. Dr. Karl Becker, erproben. Im selben Jahr entwarf Wernher von Braun, ein zu dieser Zeit siebzehnjähriger Gymnasiast, eine „Theorie der Fernrakete“.

Im Frühjahr 1930 begann die Heereswaffenanstalt mit der systematischen Bestandsaufnahme zur Raketenforschung. Diplom-Ingenieur Walter Robert Dornberger wurde zu diesem Zeitpunkt als Hilfsreferent eingestellt.
Später stieg er zum  Generalmajor der deutschen Wehrmacht auf und war im Heereswaffenamt für das gesamte deutsche Raketenwaffen-Programm verantwortlich.

Die chemisch-technische Reichsanstalt Berlin prüfte im Juli 1930 erstmals eine Kegeldüse für Flüssigkeitstriebwerke. Bei dieser Kegeldüse, wie sie erstmals  Hermann Julius Oberth in seiner Patentschrift aus dem Jahr 1932 wissenschaftlich beschrieben hat, handelt es sich nicht um eine Düse hinter der Brennkammer, sondern um die Idee, mit Hilfe einer Düse innerhalb der Brennkammer die Vermischung und damit die Verbrennung von Treibstoff zu optimieren.

Das Heereswaffenamt schickte 1931 seine besten Leute – Oberst Karl Becker, Dipl. Ing. Ernst Ritter von Horstig und Walter Dornberger – als Zivilisten getarnt - auf den Raketenflugplatz Berlin-Tegel. Sie sollten nach Männern suchen, „ ...mit denen sich etwas anfangen läßt“. Die sich im Aufbau befindende Versuchsstelle für Flüssigkeitsraketen in Kummersdorf suchte dringend nach tüchtigen und erfahrenen Männern.

Oberst Karl Becker, Ritter von Horstig und Walter Dornberger besuchten in der Folgezeit mehrmals den Raketenflugplatz Tegel und schlossen inzwischen eine gemeinsame Zusammenarbeit nicht mehr völlig aus. Im Juni 1932 wurden Rudolf Nebel und Wernher von Braun zu einem Versuchsstart nach Kummersdorf eingeladen. Obwohl dieser Versuch völlig missglückte, bekamen die Berliner Ingenieure das Angebot zur Zusammenarbeit. Man war an den neuen Ideen von Wernher von Braun sehr interessiert. Nach langen Diskussionen entschieden sich Nebel, von Braun und die anderen Berliner Forscher zusammen zu arbeiten.

Da die private Versuchsanstalt Tegel zu klein war, verlegte der „Verein für Raumschiffahrt“ Ende 1932 seinen Sitz in das neue Wissenschafts- und Technologiezentrum in Kummersdorf-West bei Berlin. Walter Dornberger übernahm die militärische Leitung und der junge Wernher von Braun die technische Leitung. Die Arbeitsbedingungen für die Ingenieure waren sehr bescheiden.

Die Aggregate A1, A2 und A3 wurden zwischen 1933 und 1936 in Kummersdorf entwickelt.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler im Januar 1933 wurde die Aufgabe, die die Forscher zu erfüllen hatten, ganz konkret formuliert.
Es sollte mit einer Rakete eine Nutzlast von einer Tonne Sprengstoff über eine Entfernung von mindestens 175 km ins Ziel gebracht werden. Besonderen Wert legte man auf eine gute Zielgenauigkeit.